Kin'ya Wang · 24-26 Jahre · Profesioneller Balletttänzer, Jobbt als Barista, obere Mittelschicht
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Rolle:
x Bewohner
□ Prominenz
□ Gesundheit
□ Recht
□ Kriminell
Gesuch:
□ Ja
x Nein
OOC:
26 Jahre · dritte Person · meistens abends
Story
Kin’ya Wang.
Ein junger Balletttänzer, geboren aus Eleganz, Ehrgeiz und einem Skandal, über den jahrzehntelang geschwiegen wurde.
Seine Mutter war die jüngste Primaballerina, die das renommierte Ensemble je hervorgebracht hatte – makellos, diszipliniert, wunderschön und vom Publikum vergöttert. Und hinter ihrem Erfolg stand nur ein Mann: ihr Lehrer, sein Vater. Ein berühmter Tanzmeister, bekannt für seine Strenge, seine beinahe grausame Perfektion und die Tatsache, dass jede Tänzerin, die unter ihm ausgebildet wurde, zur Legende wurde.
Viele Jahre kannten sie sich, und was zwischen ihnen wuchs und entstand, war mehr als nur eine Lehrer-Schülerschaft. Es war eine Romanze. Im Heimlichen, weil es in der Öffentlichkeit als falsch abgestempelt wurde. Es war verpönt, unmoralisch, verboten.
Nicht nur wegen des Altersunterschieds, sondern wegen des Machtverhältisses zwischen ihnen. Lehrer und Schüler. Mentor und Abhängige. Sie liebten sich, durften dies aber nicht zeigen. Es war eine heimliche Liebe, die tiefer reichte als alles, was Lina in ihrem Leben kannte. Bei ihm fühlte sie sich nicht wie das perfekte Wunderkind des Balletts, nicht wie eine Rolle oder ein Aushängeschild des Ensembles. Bei ihm durfte sie nur sie sein.
Doch hätte die Öffentlichkeit davon erfahren, wäre nicht nur ihre Karriere zerstört gewesen. Es hätte ihren Ruf vernichtet. Diesen vielleicht endgültig zu Fall gebracht.
Als Lina eines Morgens zitternd vor dem Waschbecken stand und den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, wusste sie sofort, dass ihr Leben nie wieder so sein würde wie zuvor.
Sie erinnerte sich daran, wie ihr die Luft weggeblieben war. Wie ihre Finger so stark bebten, dass sie das kleine Plastikstück beinahe fallen liess. Draussen wartete bereits das Ensemble auf die nächste Probe, während in ihrem Kopf nur ein einziger Gedanke widerhallte: Was haben wir getan?
Denn dieses Kind würde nicht die Bedeutung von Liebe in ihrer Welt haben. Es würde einen Skandal bedeuten. Es würde Schlagzeilen bedeuten und vor allem das Ende der Perfektion, die man von ihr erwartete.
Die ersten drei Monate waren nicht leicht – viele Geheimnisse, viele Besprechungen, sie zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Sie hatte sich entschieden, das Kind zur Welt zu bringen, und kaum waren die ersten drei Monate rum, spürte sie, dass es die richtige Entscheidung war. Den Vater hielt sie geheim, auch wenn er zu ihr und dem Jungen unter ihrem Herzen stand; es war sicherer für sie beide. Sicherer für das Ensemble, sicherer für Kin’ya.
Und während draussen die Gerüchte entstanden und wieder verschwanden, wuchs Kin’ya still und unbemerkt heran – verborgen vor einer Welt, die ihn vermutlich niemals wirklich akzeptiert hätte.
Der 13. Oktober 1995 war der Tag, an dem Kin’ya nach neun Monaten das Licht der Welt erblickte.
Die Wehen hatten in den frühen Morgenstunden begonnen. Stunden voller Schmerzen, erschöpfter Atemzüge und festgehaltener Hände. Lina war erst neunzehn, doch in dieser Nacht wirkte sie älter – gezeichnet von den Monaten voller Angst, Gerüchte und Entscheidungen, die ihr beinahe alles genommen hätten.
Und Kim? Er war die ganze Zeit bei ihr. Als der Mann, der sie liebte, als Vater ihres gemeinsamen Sohnes, der in den frühen Morgenstunden um etwa 4 Uhr seinen ersten Atemzug tat.
Lina begann sofort zu weinen, kaum dass man ihr den Jungen in die Arme gelegt hatte. In diesem Augenblick verschwanden alle Ängste für einen Moment. Denn egal, was die Welt sagen würde – er war ihr Sohn.
Auch sein Vater stand sprachlos neben dem Bett. Der Mann, der sonst jede Probe kontrollierte, jede Bewegung perfektionierte und niemals Schwäche zeigte, sah Kin’ya an, als hätte er zum ersten Mal in seinem Leben etwas wirklich Wertvolles erschaffen.
Die Entscheidung der Eltern war in diesem Moment einfach. Sie würden sich zurückziehen, ihre eigene Welt aufbauen. Das Ganze hinter sich lassen, um Kin’ya ein normales Leben zu ermöglichen. Er war kein Geheimnis mehr und doch hielten sie ihn fern von der medialen Gesellschaft.
Sein Vater kündigte den Job und eröffnete eine eigene Tanzschule in Taylor Falls zusammen mit seiner Frau. Der Anfang war hart, die Gerüchte hielten an, und doch schafften sie es.
Denn mit den Jahren rückten auch die alten Geschichten in den Hintergrund. Kin’ya wurde älter, tanzte in der immer erfolgreicher werdenden Tanzschule seiner Eltern und teilte seine Leidenschaft mit ihnen. Die Eleganz seiner Mutter und die eiserne Disziplin seines Vaters hatten sich bei ihm schon früh gezeigt.
Die Schule verlief normal für den Jungen. Gute Noten, langjährige gute Freunde – er war nicht der Beliebte, aber auch nicht der Aussenseiter. Er war einfach er: der Sonnenschein, der aufgedrehte Junge, der jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Ein gutes Herz, das jedem half.
Doch auch diese Menschen haben ihre dunklen Zeiten. Es war nie ein Geheimnis in der Schule, dass er tanzte, dass er agil war, dass er sich bewegen konnte, flexibel war und eine der härtesten Tanzsportarten beherrschte, die es gab: Ballett.
Im Teenageralter fingen manche Jungs in der Schule an, ihn deswegen zu hänseln, ihn auszulachen, ihn zu verspotten. Das Ballett sei nichts für Männer.
Doch davon liess er sich nicht beirren. Er tanzte weiter, was sich nur wenige Jahre später auszahlte.
Mit sechzehn wurde Kin’ya in das North Star Grand Ensemble aufgenommen — das renommierteste Ballettensemble Minnesotas und eines der elitärsten Ausbildungsprogramme Nordamerikas. Genau jenes Ensemble, in dem einst bereits seine Mutter zur gefeierten Primaballerina geworden war. Allein dort aufgenommen zu werden, galt als nahezu unmöglich.
Das Ensemble nahm jedes Jahr nur wenige Tänzer auf. Jugendliche mit aussergewöhnlicher Technik, extremer Disziplin und der Fähigkeit, dem enormen Druck standzuhalten. Viele trainierten ihr gesamtes Leben für eine Chance wie diese und scheiterten trotzdem bereits beim ersten Vortanzen.
Doch als Kin’ya den grossen Probensaal zum ersten Mal betrat, wusste jeder sofort, wer er war. Nicht nur wegen seines Nachnamens. Sondern wegen der Art, wie er sich bewegte. Elegant. Kontrolliert. Präzise. Fast so, als wäre er auf einer Bühne geboren worden.
Natürlich brachte sein Name in dieser Welt Erwartungen mit sich. Manche Lehrer, die Lina kannten, sahen in ihm sofort das Erbe seiner Mutter. Andere beobachteten ihn besonders streng, gerade weil sie verhindern wollten, ihm irgendeine Sonderbehandlung zu geben.
Doch Kin’ya störte das nicht. Er bemerkte es nicht. Er tanzte vor wie ein normaler Landjunge und kam in das Ensemble.
Und genau dort traf er auf jemanden, der ihn zum ersten Mal wirklich herausforderte.
Nicht auf eine offensichtliche Weise. Keine offene Feindschaft, keine lauten Streitereien. Sondern diese gefährliche Art von Konkurrenz, die entsteht, wenn zwei Menschen erkennen, dass der andere genauso ehrgeizig ist wie man selbst. Zwischen ihnen entwickelte sich schnell eine Art Leistungsfreundschaft. Ein ständiges gegenseitiges Übertreffenwollen.
Wenn Kin’ya nach dem offiziellen Training länger blieb, war die andere Person plötzlich ebenfalls noch im Studio. Wenn einer bei einer Choreografie gelobt wurde, trainierte der andere am nächsten Tag doppelt so hart. Kleine Bemerkungen, provozierende Blicke, dieses ständige stille Kräftemessen.
Und trotzdem verstanden sie einander wahrscheinlich besser als alle anderen im Ensemble.
Weil beide wussten, wie es war, sich selbst niemals genug zu sein.
Das North Star Grand Ensemble war kein Ort für normale Teenager. Die meisten dort lebten nur noch für den Tanz. Schule, Schlaf, Freizeit — alles wurde zweitrangig. Verletzungen wurden ignoriert, Konkurrenz gehörte zum Alltag und Schwäche zeigte man besser niemandem.
Selbst Jahre später waren sie noch immer Teil des North Star Grand Ensemble.
Die meisten Tänzer hielten den Druck dort keine drei Jahre aus, aber weder Kin’ya noch sie hatten jemals aufgehört. Sie waren nun ein fester Bestandteil des renommierten Ensembles, kaum mehr davon wegzudenken. Und mittlerweile konnte er jede ihrer Bewegungen lesen.
Er wusste, wann sie erschöpft war, wann sie Schmerzen verschwieg, wann sie kurz davor war, die Beherrschung zu verlieren. Vielleicht war genau das sein Problem. Er hatte gelernt mit Schmerz, Druck und Konkurrenz zu leben — aber nicht damit, wie sein Herz jedes Mal schneller schlug, sobald sie den Raum betrat.
@Delilah Brubaker @Jonathan MacFarlane @Nici Tatsuya
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