St. Paul und Taylors Falls liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt – und wirken doch, als gehörten sie zwei unterschiedlichen Atemzügen desselben Landes an.
Saint Paul liegt nicht einfach am Mississippi – die Stadt ist aus ihm heraus gewachsen.
Lange bevor Minnesota ein Bundesstaat wurde, schlängelte sich der Fluss als Lebensader
durch das Gebiet, zog Händler, Missionare, indigene Gemeinschaften und später Einwanderer an.
Saint Paul begann als kleiner Handelsposten und entwickelte sich Schritt für Schritt
zur politischen und kulturellen Hauptstadt des Bundesstaates, ohne dabei je ganz den
Charakter einer gewachsenen, etwas eigensinnigen Stadt zu verlieren
Taylors Falls dagegen hält inne. Die kleine Stadt liegt direkt am St. Croix River,
eingebettet zwischen Felsen, Wald und Wasser. Der Interstate State Park beginnt fast dort,
wo die Hauptstraße endet. Im Winter frieren Wasserfälle ein, der Fluss wird still.
Im Sommer gleiten Boote über ruhiges Wasser, Wanderwege führen durch Schluchten und
über schmale Brücken. Nichts drängt. Alles bleibt näher am Boden.
Was diese beiden Orte verbindet, ist nicht ihre Ähnlichkeit, sondern der Fluss zwischen ihnen.
Wasser als Träger von Geschichte und Gegenwart – zwischen Tempo und Beständigkeit